Opfergaben überall
Opfergaben überall
Balinesen sind extrem höflich und gastfreundlich, was ein Grund dafür ist, dass einige Hotels und Wellness-Tempel Balis zu den besten der Welt zählen. Wer ebenfalls höflich sein will, vermeidet es am besten, seine Arme vor der Brust zu verschränken oder sie in die Hüften zu stemmen – das gilt als überhebliche, arrogante Geste; das sollten Bali Reisende beachten. Übrigens ist es auch ein Akt der Höflichkeit zu lügen: Wer lügt, damit jemand sein Gesicht wahren kann, hat für Harmonie gesorgt, was deutlich wichtiger ist als die Wahrheit zu sagen.
Monster, Götter und Dämonen
Apropos Harmonie: Den Bewohnern Balis ist viel daran gelegen, mit ihren Göttern in Harmonie zu leben. Schließlich haben sie in den letzten Jahrhunderten leidvoll erfahren müssen was passiert, wenn insbesondere die Dämonen, Ungeheuer, Hexen und Geister sauer werden: Dann wackelt die Erde, sie spuckt Feuer und das Meer versucht, das Land zu verschlingen.
Auf Bali versucht man auf zwei Arten, in Harmonie zu leben: Indem man die Guten um Beistand bittet und die Bösen besänftigt. Aus diesem Grund findet man beispielsweise an möglichen Konfliktpunkten wie Straßenkreuzungen oder Brücken, aber auch vor Geschäften Opfergaben aus Bananenblättern, Reis und Blüten. Wer besonders besänftigen will, legt auch noch Süßigkeiten, Früchte oder Zigaretten dazu. Tiere dürfen sich an diesen Opfergaben vergreifen – Menschen aber auf gar keinen Fall!
Die schlimmsten Hexen und Dämonen gibt es dem Aberglauben nach im Meer und in der Nacht. Sie müssen jeden Tag besänftigt werden. Um auf Nummer sicher zu gehen, hält man sie darüber hinaus mit Feuer (gegen die Dunkelheit der Nacht) und mit Tempeln (direkt am oder im Meer) in Schach. Wer sich ein Bild von den guten und bösen Mächten auf Bali machen will, braucht sich nur die vielfältigen Masken und Aufführungen anzusehen, die das Leben und Wirken der Götter, Geister und Dämonen eindrücklich illustrieren.
